CoopsforFood

“Vielfältige Ökonomien nachhaltiger Ernährung”, das ist der Untertitel des Projekts “CoopsForFood”. Es zielt darauf ab, Alternativen zum Mainstream zum alternativen Mainstream zu machen. Alternativen zum Mainstream des Ernährungssystems sind in den letzten Jahren viele entstanden: FoodCoops zum Beispiel, in denen Konsumierende und Produzierende solidarische Beziehungen eingehen und Lebensmittelversorgung gemeinsam organisieren; einen Schritt weiter gehen Solidarische Landwirtschaften (SoLaWis – auch CSA für Community Supported Agriculture, in Österreich auch: GeLa oder GeLaWi für Gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft), wo Konsumierende auch in der Produktion mitarbeiten und den Anbau mitplanen sowie vorfinanzieren.

Solche Beispiele bleiben aber häufig isoliert. Sie sind nicht unbedingt sozial niederschwellig, sondern verbreiten sich oft in bestimmten sozialen Milieus. Dort fühlen sich Menschen aus anderen Milieus nicht unbedingt wohl. Zudem ist eine Beteiligung auch mit einem teilweise nicht unerheblichen Zeitaufwand verbunden. Auch an die teilnehmenden Bauernhöfe stellen solche Alternativen bestimmte Anforderungen, die nicht leicht zu erfüllen sind. Um das Potenzial alternativer Lebensmittelnetzwerke auszuschöpfen, ist es deshalb notwendig, sozial niederschwelligere Formen zu entwickeln, die neue Vernetzungen schaffen, sodass sich ein neues “Ernährungsökosystem” herausbildet, das Nachhaltigkeit lebt.

Dafür bietet sich das Modell der Genossenschaft an, insbesondere die innovative Form der Multi-Stakeholder-Genossenschaft. In einer solchen Genossenschaft kooperieren verschiedene Akteure — darunter auch bestehende Genossenschaften. Das Projekt “CoopsForFood” setzt einen Gründungsimpuls für eine solche Genossenschaft in Stadtteilen mit benachteiligten Menschen in Graz. Aus den Erfahrungen mit diesem Impuls und einer Reihe von Workshops entwickelt “CoopsForFood” ein Konzept für eine “CSA 2.0”: eine Solidarische Landwirtschaft, die Konsumierende, Produzierende, verarbeitende Betriebe, die Gastronomie und das öffentliche Beschaffungswesen in genossenschaftlicher Form verbindet.

Begleitend wird “CoopsForFood” die öffentliche Diskussion um ein nachhaltiges Ernährungssystem inspirieren, indem Menschen aus verschiedenen Bereichen in “Food Stories” ihre alltäglichen, auch neuen Erfahrungen mit Lebensmitteln, Versorgung und Alternativen zum Mainstream des Ernährungssystems mitteilen und kreativ gestalten.

Das Projekt wird vom Klima- und Energiefonds (KLIEN) finanziert. Es wird vom RCE Graz-Styria, dem IFZ Graz, dem Raiffeisenverband Steiermark, dem SMZ Liebenau, dem Stadtteilzentrum Triesterviertel, der Landwirtschaftskammer Steiermark und Petra Herout umgesetzt. Es läuft von Februar 2021 bis Juli 2023.”